Name
Die Lessingstrasse
 
benannt 1892
benannt
nach
Bei der Benennung der Lessingstrasse spielten zwei Ereignisse resp. Personen eine wichtige Rolle.
Die bekanntere Person dürfte dabei der deutsche Dramatiker Gotthold Ephraim Lessing gewesen sein.
StrNr 1246 1941
Quelle StRB
Kreis 2

Planfeld

L15

Quartier(e) Enge PLZ 8002
   
   
Beginn bei Bederstrasse 123 Quartier Enge
verläuft über   Quartier  
Ende bei Brunaustrasse 87 Quartier Enge
       
frühere
Namen
  Jahr  
   
   
   
       
Zusatztext Die Lessingstrasse

Wie schon erwähnt die bekanntere Person war der deutsche Dramatiker Gotthold Ephraim Lessing. Er war auch als Literaturkritiker tätig und lebte vom 22. Januar 1729 bis zum 15. Februar 1781. Im zu Ehren entschloss sich die Stadt Zürich, im Jahre 1955, den Grund der Strassenbenennung seiner Person zuzusprechen. Ich bin überzeugt, dass Sie automatisch auch auf diese Person gekommen wären.

Ursprünglich erfolgte die Benennung 1892 aber aufgrund eines tragischen Ereignisses. In einem angrenzenden Waldstück wurde nämlich im Jahre 1835 ein deutscher Student ermordet aufgefunden. Dieser Student hatte den Familiennamen "Lessing". Seit diesem tragischen Ereignis wurde das Waldstück auch "Lessingwäldchen" benannt. An den Ufern der Sihl oberhalb und unterhalb der ehemaligen Gasfabrik Enge dehnt sich dieses, den Überlieferungen nach, ungemein malerische Wäldchen aus. Dasselbe hatte aber jedoch schon vor Jahrzehnten einen üblen Ruf, so lässt es sich nachlesen.

Die Strasse wurde alsdann 1892 dem gleichen Vorfall gewidmet. Erst 1955 wurde Sie dem deutschen Dramatiker Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) zu Ehren gewidmet.

 

       
Abbildung
Bildtext Luftbild über der Giesshübelstrasse mit der Papierfabrik an der Sihl im Hintergrund Ziegeleifabrik - links unten Lessingstrasse und Utobrücke - noch ohne Saalsporthalle - Mitte links Allmendstrasse. 14. April 1964.
Die hinter dem Kamin quer in die Allmend führende Strasse ist die seinerzeit noch längere Bubenbergstrasse.
Bildquelle Aufnahme: unbekannt; Comet / © ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv /
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Abbildung
Bildtext Der Anfang der Lessingstrasse an der Kreuzung Brunaustrasse.
Aufnahme vom 1. November 2005
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
Abbildung
Bildtext Liegenschaft Nr. 43 Wohnhaus mit Gewerbe.
Aufnahme vom 18. Februar 2006
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
Abbildung
Bildtext Wie fast in den Hang hingebaut wirken die alten Liegenschaften an der Lessingstrasse.
Aufnahme vom 18. Februar 2006
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
Abbildung
Bildtext Der altehrwürdige backsteinerne Fabrikbau an der Lessingstrasse 33. Links davon die Sihl.
Aufnahme vom 18. Februar 2006
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
Abbildung
Bildtext Blick von der Lessingstrasse auf die der Sihl gegenüberliegende Sihlcity-Baustelle.
Aufnahme vom 18. Februar 2006
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
Abbildung
Bildtext Von der Lessingstrasse aus unter der Autobahn hindurch betrachtet die neuentstehende Sihlcity
auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik an der Sihl. Aufnahme vom 18. Februar 2006
Bildquelle Bildarchiv Dürst, Zürich
   
Zusatztext Der Student namens Lessing

Interessantes zur Person des ermordeten Studenten Lessing konnte ich der Chronik der ehemaligen Gemeinde Enge von 1918 entnehmen, so steht hier geschrieben:

"Der Ermordete war der 23jährige Student Ludwig von Lessing von Freienwalde (Preussen), israelitischer Abstammung, der einer geheimen politischen Gesellschaft im Deutschen Reich, "Jung-Deutschland", angehört hatte. Diese Gesellschaft war in der damaligen Bewegung in Deutschland mehrfach tätig und hatte in ihren Statuten die Bestimmung, dass Verrat mit dem Tode zu bestrafen sei.

Es lag darum nahe, den Täter auch in einem derartigen Kreise zu suchen. Der Verdacht fiel auf einen ebenfalls an der hiesig Hochschule als Student angemeldeten Zacharias Aldinger, an Jahren etwas älter als Lessing. Aldinger wurde aber durch Urteil des Kriminalgerichtes vom 6. April 1837 von der Hauptanklage mit Bezug auf den Mord freigesprochen, dagegen zweier kleinerer Vergehen (Fälschung öffentlicher Urkunden und Anmassung eines fremden Familienstandes) schuldig erklärt.

In der Tat lagen mit Bezug auf das Aldinger zur Last gelegte Hauptverbrechen keine genügenden Beweise vor, und es wurde die Untersuchung sistiert. Auch jetzt noch liegt über dieser ganzen Sache ein Schleier, den zu heben sich auch niemand grosse Mühe gegeben zu haben scheint."

Quelle: Chronik der ehemaligen Gemeinde Enge, 1918, von Herrn Dr. Conrad Escher

 

       
Zusatztext Der ungelöste Mordfall "Lessing"

Im Zusammenhang mit der Lessingstrasse und dem damit verbundenen Mordfall "Lessing" erhielt ich folgende interessante Anmerkung von unserem Leser D.W.

"Mein verstorbener Vater, gebuertig in jenem Quartier, hatte mir erzaehlt vom Student Lessing und ich habe dann in der Zentral Bibliothek die Akten zu diesem ungeloesten Mord ausgegraben. Mein Interesse galt der Fortsetzung der Geschichte um Lessing, - es wurde naemlich damals vermutet, dass er derjenige war, der Kaspar Hauser 1833 ermordet hatte und nun beseitigt werden musste."

Der Mordfall Lessing wird wohl auch in heutiger Zeit ungeklärt bleiben.

 

       
Links zum
Thema
Lessingmuseum Kamen (D) (am Geburtsort von Lessing)
 
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